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DSL-Befragung 2006

Im April 2006 führte die Deutsche Seniorenliga e.V. erstmals eine Online-Befragung kleiner und mittelständischer Unternehmen zum Thema "Ältere Arbeitnehmer" durch. Teilgenommen haben 400 Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von 6 - 1.200 Arbeitnehmern.

Die Alterung der deutschen Gesellschaft geht nicht spurlos an der Wirtschaft vorüber. Analysen des Deutschen Institus für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge ist zwischen 1998 und 2006 der Anteil der über 50-Jährigen an allen Erwerbstätigen von 22,6 auf 25,7 Prozent oder um 1,5 Millionen gestiegen. Dies wird vor allem mit der besseren Qualifikation der Arbeitnehmer fortgeschrittenen Alters begründet, aber auch mit dem Zwang, angesichts des demografischen Wandels zunehmend auf das Potential älterer Fachkräfte zurückzugreifen, da der Nachwuchs fehlt.

Kern der DSL-Untersuchung bildete die Frage, ob und wie Unternehmen sich den Herausforderungen des erwarteten demografischen Wandels stellen. Fakt ist, dass sich Unternehmen auf eine zunehmende Zahl von älteren Beschäftigten einstellen müssen, aber wird dies auch erkannt? Werden diese Erkenntnisse ausgewertet und gehen sie in eine Veränderung/Optimierung von Arbeitsprozessen ein, in denen Ältere eine ihrem Alter entsprechende Leistung erbringen können?

Die meisten befragten Unternehmen sehen aufgrund des demografischen Wandels Probleme auf sich zukommen, bzw. haben diese schon. Eine knappe Mehrheit von 42 Prozent kann bereits heute Fach- und Führungspositionen nicht oder nicht adäquat besetzen, weitere 32 Prozent befürchten dies in den nächsten ein bis zwei Jahren. Lediglich ein Viertel der Unternehmen hat keine diesbezüglichen Probleme und erwartet auch keine. Insgesamt sehen also drei Viertel der befragten Unternehmen Auswirkungen des demografischen Wandels direkt auf sich zu kommen.

Wie ist die Einstellung der Unternehmen den älteren Arbeitnehmern gegenüber? Lange Zeit hat man hier einen regelrechten "Jugendkult" vermutet, der überwunden scheint. Eine Befragung von Personalverantwortlichen aus gut 15.000 Betrieben ergab 2002, dass nur 15 Prozent der Befragten grundsätzlich nicht zur Einstellung Älterer bereit sind, gut die Hälfte hingegen hatte keine Vorurteile. Ob aufgrund der erwarteten Auswirkungen des demografischen Wandels jedoch gezielt Ältere eingestellt werden, wollten wir in unserer Umfrage wissen.

Das Ergebnis zeigt, dass die Unternehmen überwiegend nicht planen, durch gezielte Einstellungen älterer Arbeitnehmer auf den erwarteten Fachkräftemangel zu reagieren; nur ein knappes Drittel stellt bereits bewusst Ältere ein oder plant dieses. Die große Mehrheit erwägt nicht, durch bewusste Einstellung älterer Arbeitnehmer dem demografischen Wandel zu begegnen.

Dies könnte daran liegen, dass die Unternehmen bisher unzureichend auf die Folgen des demografischen Wandels vorbereitet wurden. Daher wurde in unserer Untersuchung auch die Frage nach dem "Selbstbild" der Unternehmn gestellt:

Weniger als die Hälfte der Unternehmen (45 Prozent) hält sich für gut oder eher gut vorbereitet. 54 Prozent finden ihr Unternehmen nicht oder eher nicht gut vorbereitet. Dabei fällt der kleinste Alteil auf Unternehmen die sich gut vorbereitet fühlen. Hier sehen wir für die Unternehmen, aber auch für die Berufsverbände, Gewerkschaften und politischen Entschiedungsträger noch erheblichen Nachholbedarf.